Rassismus

Definition:

Rassismus kann als eine besondere Form von Diskriminierung angesehen werden. Zwar ist es wissenschaftlich bewiesen, dass die Menschheit nicht in Rassen unterteilt werden kann, trotzdem hält sich hartnäckig die Überzeugung, dass es unterschiedliche menschliche Rassen gebe; sogar in deutschen Gesetzen wird der Begriff 'Rasse' noch verwendet.

Von Rassismus sprechen wir, wenn Menschen anhand bestimmter äußerlicher Merkmale (z.B. Hautfarbe) ausgegrenzt und abgewertet werden und ihnen das Gefühl vermittelt wird, nicht "hierher" zu gehören. Im schlimmsten Falle sind das direkte Beschimpfungen und Beleidigungen sowie körperliche Gewalt, wie sie beispielsweise immer wieder von Neonazis ausgehen.

Aber es gibt auch weniger auffällige Erscheinungsformen von Rassismus, die weit verbreitet sind. Rassistische Begriffe, Überzeugungen und Verhaltensweisen sind in unserer Gesellschaft so tief verfestigt, dass sie uns oft gar nicht mehr auffallen und viele sie als "ganz normal" empfinden, wenn wir nicht selbst davon betroffen sind.

Ein einfaches Beispiel: Viele von uns finden es ganz normal, einen Jugendlichen mit dunkler Hautfarbe beim Kennen lernen danach zu fragen, wo er denn eigentlich herkommt. Sagt er dann "aus Stadt XY", dann reicht den meisten die Antwort nicht; man möchte den Namen eines anderen Landes hören - auch wenn der angesprochene in Deutschland geboren ist und gar kein anderes Land kennt. Menschen, die diese Frage immer wieder gestellt bekommen, wird das Gefühl vermittelt "kein richtiger Deutscher" zu sein, nicht dazuzugehören - sie werden ausgegrenzt. Auch das ist Rassismus.

Letztendlich gibt es auch strukturellen Rassismus, der Menschen mit (vermeintlich) anderer Herkunft beim Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen benachteiligt. Zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt: Durch das Arbeitsverbot oder nur beschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt für AsylbewerberInnen und MigrantInnen.

Engagement gegen Rassismus in der Ausbildung bedeutet, dass wir uns mit direkt von rassistischer Diskriminierung Betroffenen solidarisieren und uns dafür einsetzen, dass rassistische Äußerungen und Handlungen unterbunden werden. Es bedeutet aber auch, dass wir rassistische Sprüche und "Witze" nicht dulden und denen, die sie machen, offen sagen, was wir davon halten. Und nicht zuletzt wollen wir im Alltag auf die Verwendung bestimmter Begriffe und Bezeichnungen verzichten und andere dazu auffordern, dies auch zu tun - und so einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass rassistische Einstellungen nicht durch solche Begriffe immer weiter getragen werden.